Von Kokoschka, über Dalí bis Arno Breker: die Adenauer Künstlerporträts sind ab Ende Oktober in einem anderen Berliner Bezirk. Infos bald auf dieser Website!

Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien

Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien

Die Kunst des Porträt-Malens erschöpft sich nicht darin, die getreue Abbildung einer Person zu bieten. Ein gutes Porträt zeigt vielmehr die Persönlichkeit des Porträtierten mit all‘ ihren Stärken und auch manchen Schwächen. Diese künstlerische Herausforderung zu meistern, erfordert Einfühlungsvermögen, Sensibilität… (weiter-lesen bitte Foto anklicken)

 

 der Künstlerin oder des Künstlers, die eigene Sichtweise der porträtierten Person ehrlich und authentisch „in Form zu bringen

Bei den in dieser Ausstellung gezeigten Porträts Konrad Adenauers wird deutlich, wie die Künstlerinnen und Künstler, die ihn gemalt, gezeichnet oder modelliert haben, mit unterschiedlichen Stilen und Materialien doch zu ähnlichen Ergebnissen kommen: In allen Porträts blitzt Adenauers Charme und sein Schalk durch. Gleichzeitig lassen die Porträts große Entschlossenheit und auch eine gewisse Härte seiner Persönlichkeit erahnen – beides Eigenschaften, die es diesem Mann ermöglichten, in schwierigen und unruhigen Zeiten so große Leistungen zu vollbringen.

Ein Blick auf die Künstler beweist, dass Konrad Adenauer zudem keine Berührungsängste mit jungen, modernen Kreativen und ihren unkonventionellen Malstilen hatte: Dem Kubismus eines Ernst Günter Hanning stand er ebenso aufgeschlossen gegenüber wie der expressionistischen Arbeit Oskar Kokoschkas. Und – für mich besonders erfreulich – Konrad Adenauer gab auch jungen Künstlerinnen wie Yrsa von Leistner die Möglichkeit, sich zu beweisen und ihre Sicht auf den Vollblutpolitiker zu zeigen.  

Auffällig ist, dass beinahe alle Künstlerinnen und Künstler, mit denen Konrad Adenauer engeren Kontakt pflegte, seine tiefe Verbundenheit mit dem Christentum teilten. Viele von ihnen haben sich künstlerisch mit biblischen Themen beschäftigt, als Beispiel sei hier Salvador Dalí mit seinen fantastischen 105 Bildern zur Bibel genannt.

Dass sich Konrad Adenauer trotz der Fülle an Aufgaben, Problemen und Herausforderungen seiner politischen Arbeit stets viel Zeit für die Künste nahm, ist für mich eine besonders schöne Botschaft dieser Ausstellung. Für Adenauer waren diese Porträt-Stunden wohl nicht nur eine willkommene Auszeit vom politischen Alltagsgeschäft, sondern sie boten auch die Möglichkeit, andere und vor allem unabhängige Sichtweisen auf seinen Charakter kennenzulernen. Die Bereitschaft, sich mit der künstlerischen Arbeit auseinanderzusetzen und sie als kritische Instanz für das eigene Handeln zu akzeptieren, zeigt die hohe Wertschätzung, die Konrad Adenauer den Künsten stets entgegen brachte. Und sie zeigt uns einmal mehr, welche Kraft und welchen Einfluss die Kunst auf einen so bedeutenden Staatsmann wie Konrad Adenauer und vielleicht auf die Politik als Ganzes hatte.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Monika Grütters

 

 

 



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